Bosch in Russland

Bosch in Russland:
Langfristiges Wachstum im Blick

Wenn die Mechaniker im Kaliningrader Bosch Car Service gerade ihr Frühstücksbrot auspacken, denken ihre Kollegen im fernöstlichen Chabarowsk schon ans Abendessen. Dazwischen: gut 8.000 Kilometer und 2.650 Bosch-Mitarbeiter, die an mehr als 50 Standorten im vergangenen Jahr einen Gesamtumsatz von 913 Millionen Euro erzielten (alle Zahlen inkl. Weißrussland, Kasachstan, Ukraine).

Die erste Bosch-Handelsvertretung wurde bereits 1904 in St. Petersburg gegründet, damals noch die Hauptstadt des Zarenreiches. Und selbst zu Sowjetzeiten wurde – zeitweise über eigene Verbindungsbüros – eine breite Palette an Produkten vertrieben.

Heute ist Bosch einer der wichtigsten ausländischen Investoren und so stark engagiert wie nur wenige andere deutsche Unternehmen. Trotz der gegenwärtigen Rezession erwartet Bosch langfristig deutliche Wachstumsimpulse in Russland und den angrenzenden Ländern und ist dafür durch die starke Präsenz vor Ort schon jetzt gut vorbereitet.

Regionale Schwerpunkte liegen in Engels an der südlichen Wolga, wo große Werke Fahrzeugkomponenten und Elektrowerkzeuge produzieren sowie in Moskau (Verwaltung, Handel) und St. Petersburg (Produktion von Kühlschränken, Forschung).

Vorhang auf für Sicherheit:
Bosch im Bolschoi

Alexander Rimskiy ist der russische Verkaufsleiter für den Bereich Bosch Sicherheitssysteme – und wer mit ihm in Moskau unterwegs ist, kann sich schnell den Hals verdrehen. Rimskiy zeigt bald hierhin, bald dorthin: Überall steckt Bosch-Technik hinter den Fassaden. Am Moskwa-Ufer glänzen die goldenen Kuppeln der Christ-Erlöser-Kirche: „Bosch-Beschallungsanlage“, sagt Rimskiy. Der Kreml? „Konferenztechnik für den Veranstaltungspalast“. Das Einkaufszentrum „Evropejski“, eines der größten der Welt? „Integrierte Sicherheitslösung für 320.000 Quadratmeter.“ Das weiße Haus, der Sitz der russischen Regierung? Die Flughäfen? Das Hotel Ukraina, eines der Wahrzeichen der Stadt? Rimskiy nickt. Und lächelt. Bosch ist dabei.

Im Herzen der Hauptstadt, nur wenige Schritte vom Roten Platz, dann das prestigeträchtigste der vielen Projekte, noch von Planen verhüllt – ein Aushängeschild russischer Hochkultur: das Bolschoi-Theater. Das 180 Jahre alte Theater wird seit Jahren umfassend restauriert und nun mit modernster Sicherheitstechnik ausgestattet: „Wir liefern 5.000 Brandmelder, mehr als 400 Kameras, die Beschallungstechnik, die entsprechenden Meldezentralen und die gesamte Software“, sagt Rimskiy. Sehen wird man davon später so gut wie nichts: „Die ganze Technik fügt sich in die Architektur ein.“ Rauchmelder sind im goldschimmernden Stuck versteckt, Kameras möglichst unauffällig an den historischen Fassaden angebracht.

Erfahrung mit nationalen Kulturschätzen haben die Bosch-Profis jedenfalls: Auch die Eremitage in St. Petersburg, eines der bedeutendsten Kunstmuseen der Welt, verlässt sich auf Sicherheitstechnik von Bosch.
 
Rimsky freut sich schon jetzt auf den Moment, in dem sich der Vorhang im Bolschoi erstmals wieder hebt: „Meine ganze Familie liebt Oper und Ballett. Und vor allem für die russischen Werke gibt es keinen schöneren Ort als die Bühne des Bolschoi.“

Hilfe in allen Zeitzonen:
Schulungen für 2.000 Autoprofis

Exakt 9577 Straßenkilometer trennen in Russland den westlichsten Bosch Car Service in Kaliningrad vom östlichsten in Chabarowsk – mehr als 400 weitere Betriebe liegen irgendwo dazwischen (inklusive Weißrussland, der Ukraine und Kasachstan). Und das Filialnetz wird ständig erweitert.

Damit die Qualität der Bosch-Werkstätten quer über alle Zeitzonen hinweg gleichbleibend gut ist, hat Bosch nun sein Moskauer Trainingszentrum für Mechaniker und andere Werkstattprofis deutlich ausgebaut.

„Jedes Jahr kommen rund 2.000 Autoexperten. Und nehmen den aktuellen Wissensstand der Technik wieder mit in alle Winkel des Landes“, sagt Grigorij Ruzavin, der Leiter des Trainingszentrums in Moskau.

Das sieht auch Sergej Butakow so, der bereits zum zweiten Mal für einen Lehrgang aus Kasan angereist ist: „So bleibe ich bei den Dieselsystemen immer auf dem neuesten Stand“, sagt der Mechaniker aus Tatarstan. Andere Teilnehmer interessieren sich besonders für modernste Diagnosesysteme oder den neuesten Stand der Autoelektrik.

Filialen des Trainingszentrums finden sich unter anderem in St. Petersburg, Kiew oder Nowosibirsk. Einige Schulungen werden angesichts der gewaltigen Entfernungen auch per Videokonferenz angeboten, für Nachfragen gibt es eine Telefon-Hotline im Trainingszentrum. „So unterstützen wir unsere Werkstätten bei ihrer Arbeit“, sagt Ruzavin: „Damit jeder Bosch Car Service in Russland schnell und zuverlässig helfen kann.“

Riesenreich Russland:
Gute Chancen für grüne Technik

Riesenreich Russland: Von West nach Ost sind es Tausende von  Kilometern, die 140 Millionen Einwohner leben in elf Zeitzonen – und die Bosch-Punkte auf der breiten russischen Landkarte werden immer zahlreicher.

„Die Vorteile unserer bewährten Vertriebssysteme  machen sich hier ganz besonders bemerkbar“, sagt Russland-Chef Schlegel – und sieht gute Chancen für grüne Bosch-Technik gerade im riesigen Russland: „ Es gibt hier viel Platz für Windparks oder geothermische Anlagen, im Süden für Solaranlagen oder für die Dünnschichttechnik, bei der es ja eher auf günstige Fläche als auf tropische Sonneneinstrahlung ankommt.“ Wobei das natürlich recht langfristig gedacht sei, so Schlegel.

Bosch ist aber schon jetzt mit zwölf Geschäftsbereichen in der Region gut vertreten. Unter anderem im Angebot: Moderne Kraftfahrzeugtechnik, effiziente Haushaltsgeräte und Heiztechnik, Industrie- und Verpackungstechnik sowie Elektrowerkzeuge. Insgesamt erwirtschafteten die 2.650 Bosch-Mitarbeiter im vergangenen Jahr einen Gesamtumsatz von 913 Millionen Euro (alle Zahlen inkl. Weißrussland, Kasachstan, Ukraine).

Das größte Bosch-Werk des Landes ist in Engels. Hier fertigen rund 1.300 Mitarbeiter Komponenten wie Zündkerzen, Kabelbäume oder Kraftstoffzuteiler – das meiste davon für russische Abnehmer.

Zwar ist auch die Region von der Rezession nicht verschont geblieben: Auch der Bosch-Umsatz ist zurückgegangen. Langfristig aber bleibe Russland ein Markt mit Zukunft, so Regionalchef Rene Schlegel: „Das Land wird eine der wichtigsten Volkswirtschaften der Welt bleiben, und die gesamte Region wird an Bedeutung weiter zunehmen.“ Bosch ist dafür bereit.

Auch die Robert Bosch Stiftung ist in Russland aktiv: Sie fördert die Völkerverständigung mit Russland seit Anfang der neunziger Jahre. Sie entwickelt eigene Programme und fördert modellhafte Projekte auf den Gebieten Internationaler Austausch, Politik und Bürgergesellschaft, Mediendialog, Sprach- und Kulturvermittlung, Berufsausbildung und Gesundheit und Soziales.

Beispiele sind die Förderung der Stiftung Deutsch-Russischer Jugendaustausch, das Lektorenprogramm, die Deutsch-Russischen Gespräche Baden-Baden
oder die Grenzgänger-Stipendien für Autoren.

Breit aufgestellt
• 2.650 Mitarbeiter
• Mehr als 50 Standorte
• Gesamtumsatz: 913 Mill. Euro
• Erste Vertretung:
St. Petersburg, 1904
• Wichtigste Branchen: Kraftfahr- zeugtechnik, effiziente Haushalts- geräte und Heiztechnik, Industrie- und Verpackungstechnik
• Elektrowerkzeuge (alle Zahlen inkl. Weißrussland, Kasachstan, Ukraine)